Angeblich kein Kriegsgrund

Angeblich kein Kriegsgrund

Irakische Ölindustrie wird sich radikal verändern

Dass US-Präsident Bush immer noch vom "Sieg" im Irak redet, hat nichts mit seiner Dummheit oder Realitätsblindheit zu tun, sondern damit, dass er darunter etwas anderes versteht als der Rest der Welt,

schreibt Mathias Bröckers in seinem Blog und verweist dabei auf den Artikel "New Oil Law Means Victory in Iraq for Bush" von Chris Floyd.

Wenn die irakische Marionetten-Regierung demnächst das "Hydrocarbon-Gesetz" verabschiedet, werden Exxon Mobile, BP u.a. direkten Zugriff auf die zweigrößten Erdölreserven der Welt haben- das eigentliche, das wahre Kriegsziel der US-Invasoren im Irak. Denn das irakische Öl ist nicht nur einfach "genügend vorhanden", auf Grund seiner geringen Tiefe ist es auch noch extrem einfach zu fördern, worauf Dick Cheney schon 1999 aufmerksam machte:

Die Kosten pro Fass Öl, das wir aus dem Irak herausziehen, sind die Niedrigsten in der Welt, weil die Reserven relativ nahe unter der Oberfläche sind..

Gehen wir ein paar Jahre zurück in die Zeit vor dem Überfall auf den Irak.

Bis zur Verstaatlichung der irakischen Ölindustrie 1972 saßen überwiegend amerikanische und britische Konzerne im Irak am Hebel. Nach dem irakisch-iranischen Krieg und Bagdads Überfall auf Kuwait war der Ofen für die amerikanischen und britischen Konzerne ganz aus...Auch wenn die UN-Sanktionen internationalen Ölkonzernen Geschäfte im Irak praktisch unmöglich machen, sitzen viele bereits in den Startlöchern für "die Zeit nach Saddam". An der großen Öl- und Gasmesse in Bagdad im September 1999 nahmen mehr als 50 Firmen teil.

Alle außer Amerikanern und Briten waren vertreten. Die französische TotalFinaElf hat eine Vereinbarung zur Entwicklung des Ölfeldes Majnoon rund 50 Kilometer nördlich von Basra in der Tasche, die größte russische Ölfirma Lukoil sicherte sich schon 1997 einen Vertrag zur Modernisierung des West Kurna-Feldes im Umfang von 3,5 Milliarden Dollar. Chinas National Petroleum Corporation bekam den Zuschlag für das nördliche Rumailah-Feld...Die drei größten Ölkonzerne, die amerikanische Exxon-Mobil, die anglo-niederländische Royal Dutch Shell, die britische BP und der US-Konzern Chevron-Texaco, sind praktisch nicht dabei...

schrieb Christiane Oelrich in der Heilbronner Stimme vom 01. Februar 2003.

Upss..., das will aber keiner hören hierzulande. Den US-Amerikanern ging es im Irak doch um Freiheit und Demokratie! Saddam hatte Massenvernichtungswaffen! Wir sind die Guten! Und raten Sie mal, wer nach der Verabschiedung des "Hydrocarbon-Gesetz" am Zapfhahn sitzt: Exxon Mobile, BP, Texaco... tja, Zufälle gibt's.

Saddam Hussein wollte sein Öl zukünftig nur noch gegen Euros verkaufen.

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Das war nach den Verhandlungen mit Frankreich Russland und China sein letzter großer "Fehler" und zwang die USA quasi dazu, ihm das Lebenslicht auszublasen.

Öl gegen Euro ist der Untergang der USA! Da fackeln die nicht lange! Wenn die "Bugs" zukünftig nicht mal mehr durch Öl gedeckt sind, können Sie die "Lappen" nämlich zum Fensterputzen nehmen. Papierschnipsel, die nichts mehr wert sind. Zu diesem Zeitpunkt überlegte ein Nachbar des Irak die gleichen Schritte, lies es dann aber. In der jetzigen Zeit ist diese Überlegung aber wieder in den Fokus gerückt

Es geht bei der Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens in allererster Linie darum, wer in den nächsten Jahren die Hand auf den noch verbliebenen Erdölreserven hat, den der bestimmt, wo es mit der Weltwirtschaft lang geht. Alles andere, dieses ganze Gerede von Freiheit, Demokratie usw. ist nur sinnentleertes Gebrabbel. Dazu kommt noch, daß Staaten wie Israel die Gunst der Stunde nutzen um im Nahen Osten, mehr oder weniger klammheimlich, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Zum Schluß soll nochmals Chris Floyd zu Wort kommen:

Bush und seine Kohorten interessieren sich nicht wirklich dafür, was auf dem Boden im Irak geschieht - sie interessieren sich dafür, was aus dem Boden heraus kommt. Das Ende - der Gewinn und das Herrschaftsgebiet rechtfertigt jedes Mittel....

Der Irak Krieg ist für diese, Bush verbundenen, Machtgruppen (und ihre tributpflichtigen Industrien wie z. Bsp. Bau) unheimlich profitabel gewesen; Milliarden von Dollars an öffentlichen Geldern sind schon in ihre Truhen geströmt. Halliburton ist von der Kante des Bankrotts in Höhen mit unbegrenzten, garantierten Gewinnen geschleudert worden. Die Carlyle Group schlemmt auf Kriegsverträgen.

Einzelne Bush Familienmitglieder machen wie Banditen Geschäfte mit kriegsgebundenen Investitionen, während Dutzende Bush-Günstlinge wie Richard Perle, James Woolsey und Joe Allbaugh ihre Insiderchips für Blutgeld eingelöst haben. Die Nachwirkungen des Kriegs versprechen gleiche, wenn nicht größere Reichtümer. Selbst wenn die neue irakische Regierung die nominale Staatskontrolle über ihre Ölindustrie behauptet, sind es immer noch Milliarden zu machen, durch Beteiligungen an Bohrung, Verfeinern, Verteilen, Warten und das Sichern von Ölfeldern und Rohrleitungen.