Ein Pfarrer zahlt 24 Dollar für Manhattan

Ein Pfarrer zahlt 24 Dollar für Manhattan

Soweit wir wissen, wurde Nordamerika von Europa aus über Island und Grönland erstmals durch die Wikinger um das Jahr 1000 in Labrador und Neu-Schottland berührt. 1492 landet Kolumbus auf einer Insel der Bahamagruppe, südöstlich von Florida. Im frühen 16. Jahrhundert lassen sich die Spanier, von Goldgier und dem Wunsch getrieben, die "Wilden" zu missionieren, im Südwesten nieder. 1497 erreicht John Cabot (Giovanni Caboto), ein Genueser in englischen Diensten, die Küste Neufundlands. 1498 dringt er auf einer zweiten Fahrt bis zum heutigen South Carolina vor. Seitdem beansprucht England Nordamerika.

Im Auftrag des französischen Königs Franz I. kommt 1524 der Florentiner Giovanni de Verrazzano.

Er kreuzt vor der Küste von North Carolina und bis hinauf nach Neufundland. Seitdem erhebt Frankreich Anspruch auf Nordamerika. Die Franzosen siedeln in Kanada sowie im Einzugsgebiet des Mississippi, von den großen Seen bis zur Mündung; katholische und hugenottische Franzosen, was sie von vornherein entzweit.

Im frühen 17. Jahrhundert gründen die Holländer an der Mündung des Hudson New Amsterdam, das vierzig Jahre später, 1664, britisch wird, als persönliche Kolonie in den Besitz des Herzogs von York übergeht und dann New York heißt. Einige Holländer lassen sich häuslich auf Manhattan nieder - ein Name, der wohl auf ein paar hundert dort lebende Indianer zurückgeht. 1626 kauft Peter Minnewit (Minuit), bis 1631 Gouverneur der holländischen Kolonie Neu-Niederland, die Insel Manhattan, Neu-Amsterdam, den Indianern ab. Der protestantische Geistliche zahlt dafür sage und schreibe 60 Gulden (24 Dollar).

Doch heimst man für solche auch nach seinerzeitigen Vorstellungen hohnsprechenden Preise den Grund und Boden noch weiterer künftiger Großstädte ein, von Baltimore etwa, Rhode Island, New Haven, Boston. Peter Jefferson, der Vater des berühmten Thomas Jefferson, riss einmal 162 Hektar Land an sich - für eine Schale Punsch! Aus solchem Holze wachsen Präsidenten ... Selbst bei dem Landkauf der Quäker in Pennsylvania, dem "Walking Purchase", sollen die Indianer ausgetrickst worden sein.

  • Ausgetrickst?

Im Grunde hatten das die Invasoren natürlich gar nicht nötig.

Denn so wie etwa Papst Alexander VI., glücklicher Vater von neun Kindern, in der Bulle Inter coetera vom 4. Mai 1493 die Neue Welt, die ihm so wenig gehörte wie der Mond, kurzerhand den Spaniern und Portugiesen zuerkannte, so erließen auch die weltlichen Herren der Alten Welt nun, ohne lang zu fackeln, einen Annexionsakt, Freibrief, ein Privileg oder irgendwelche Erklärungen, machten zu Lehen, zur königlichen Kolonie, wie Jakob I.

Virginia, die erste europäische Kolonie in den "Vereinigten Staaten" überhaupt - und man war um einen Subkontinent reicher.